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28 Mitten im Grün des ehemaligen Zoo-Geländes ergoss sich das Betongrau. Martin Boyce lies sich von der Erinnerung an die Stahl-Bäume* der Brüder Martel (1925) inspirieren, als er beschloss, eine waagerecht angelegte Skulptur zu schaffen, etwas das irgendwie verlorengegangen oder aus der Zeit gefallen wäre ..., wie er das selbst beschrieb. Das unentfaltet am Boden liegende Werk war für mich eine große Überraschung. Ich gebe zu, dass ich den Betonplatz zunächst argwöhnisch beäugte. An die kurze Katalogbeschreibung konnte ich mich grad nicht erinnern und stand da, ungeduldig und irritiert. Also befragte ich die Skulpturwache. Nun, es habe was mit Bäumen zu tun. Und man könne in den Ritzen Buchstaben lesen. Die Buchstaben ergeben den Titel des Werkes We are still and reflective. Ach ja, stimmt, die Buchstaben-Skulptur! Ich begebe mich in die gezeigte Ecke. Die über den Platz ausgeschütteten Lettern glänzen beim richtigen Blickwinkel auf. Ihre Form ist zuweilen hoch stilisiert, was sich aus dem Umstand ergibt, dass die einzelnen Betonplatten ein reguläres Muster ergeben, welches durch die Buchstaben nicht gestört werden sollte. Und - wie das mit ausgeschütteten Gegenständen so ist - sie sind halt auf der Fläche verstreut. We are still lässt sich schnell zusammen finden, obwohl das 's' sehr eigentümlich ausfällt. Zu dem 'and ' muss ich etwas weiter gehen und dem 'd' erlauben, wie ein angeknabbertes Dreieck auszusehen. Das letzte Wort lässt mich viel länger auf dem Parkett tanzen. (Auf dem Bild oben sieht man das 'i' und angeschnittenes 'v' davon). Des Rätsels Auflösung bringt mir zunächst ein Erfolgsgefühl. Beim Verlassen des Plateaus spüre ich erst, dass mein Buchstabentanz mich mit den tieferen Friedensschichten in Kontakt gebracht hat. Nachdem ich nicht mehr in die Suche verwickelt bin: Mir ist so .... Ach! Glücklich strebe ich dem entfernten Parkplatz zu. Die Welt ist so schön! Auch die aus Beton. ., * Auf dem Foto rechts sehen Sie eine Replik, mit der eine Betonfirma wirbt; die ursprünglichen 4 Bäume existierten nur für die Zeit der damaligen Weltausstellung. Wer die waagerechten Bäume von Boyce sehen möchte, gehe bitte ganz leise über das Foto links ... * * *
Und was soll das? - Diese 'Spaziergänger' beanspruchen gerade den öffentlichen Raum für ihre Generalprobe(?). Ihre Jagdhörner verkünden weitläufig, dass z.B. ein Fuchs gesichtet oder ein Wildschwein geschossen wurde. Nach jedem Musikstück ziehen sie ein Stück weiter und setzen nach einem entspannten Plausch neu an. Gefragt erklären sie mir ihre Regeln und setzen zum letzen Mal an: Zeit für die Mahlzeit - bedeute dieser Ruf in den Wald...
Einen Tag später bringt mich der Faden von Wallinger (01) wieder an denselben Ort. Freudige Erwartung führt mich schnell an den Start. Heute schweigt aber der Platz für sich alleine - die weisen Buchstaben behalten den tiefen Frieden für sich ... Dort, wo sie keine Erwartung erreichen kann. | ||
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