Miniaturen-Übersicht

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Über Less Souvage than Others von Rosemarie Trockel erfuhr ich beim Durchblättern der kleinen Katalogbroschüre. Als ich später aber zufällig dran vorbeikam, wusste ich kaum mehr, als dass die Künstlerin ihr Werk nicht in Bronze verewigte, sondern sich auf die Langlebigkeit der gemeinen Eibe verließ. Diese Pflanze, 'an der so ziemlich alles giftig sein soll' - behauptete der Katalog - könne über 1000 Jahre alt werden.

Die Eiben waren's aber nicht, die mich zum Stehen brachten. Hätte die mächtige Hecke am Aasee-Ufer kein 'Tor' geboten, würde ich vielleicht nicht mal merken, dass ich an der Hecke sei. Der Durchblick zum See hin war es, der mich lockte und zum Tanz davor verführte, um den richtigen Blickwinkel für den schönsten Ausblick zu finden. Und dann ... konnte ich natürlich der magnetischen Kraft des Durchgangs in die andere Welt nicht widerstehen. Das langsame Eintauchen in die Aura der mächtigen Sträucher - und dann das Eintreten ins warme Licht - herrlich. Schnell um die Hecke herum und nochmals! Schutz ... und raus in die Freiheit. Als dann weitere Besucher dazu kommen - vom dichten Kokon ihrer Unterhaltung umgeben - suche ich schnell das Weite. Arme Eibe, 1000 Jahre wird sie sich das anhören müssen. Diese Rosemarie Trockel soll der Oberliga der Künstler angehören ...

Unterwegs zur unbekannten Sciezka von Althamer tanzt nur noch der Gedanke ein paar Runden im entspannten Kopf, ob die Hecke oder das Loch darin mehr die Kunst sei. Ich gebe ihm keine Antwort. Ich bin ausgesprochener Laie in solchen Sachen, und das sollte sich lieber nicht ändern.

An einem späteren Sonntag fiel es mir ein, dass ich seit gut 25 Jahren nicht mehr auf dem Aasee war. Als Auslöser diente der Anblick des gerade anlegenden Professor Landois' - binnen 2 Minuten war ich auf dem Schiff. Herrliche Idee. Ihr verdankt die Hecke nochmalige Erwähnung in meinem Bericht ... Vom See aus hatte ich erst die nötige Distanz, um sie als Ganzes zu zeigen.

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