Miniaturen-Übersicht

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Die Torminbrücke über den Aasee ist sehr fotogen, nicht wahr? Auf dem Bild wirkt sie wie ein luftiges, filigranes Gebilde. In Wirklichkeit ist sie schon ein mächtiges Bauwerk mit eigener Welt. Diesen Ort suchte sich Susan Philipsz aus, um hier Das verlorene Spiegelbild zu 'inszenieren'. Genau genommen nur die Arie aus Jacques Offenbachs Oper Hoffmanns Erzählungen, die mit den Worten anfängt: Schöne Nacht, du Liebesnacht, oh stille das Verlangen. Die ursprüngliche Arie wird von der venezianischen Kurtisane Giulietta und Niklaus als Duett gesungen, aber Susan Philipsz hat beide Rollen mit ihrer Stimme aufgenommen und lässt die Stimmen aus den Lautsprechern übers Wasser einander zueilen.

Die zweite 'Bühne' am anderen Ufer. Eine Bühne für niemanden, nicht nur das Spiegelbild der Sängerin fehle, sie selbst ist auch nur in den Stimmen da. Der ganze Raum ist frei für lauschende Ohren. An Land oder von einer 'Gondel' aus.

Und die weiche Melodie wiegt sich überm Wasser, ohne gleich in die Ferne zu verschwinden, der Raum unter der Brücke füllt sich mit menschlicher Wärme und lädt alle Passanten (viele Radfahrer) zum Verweilen ein. Der Mezzo-Sopran und der Sopran begegnen sich, verbinden und dann trennen wieder - ein faszinierendes Hörspiel. Selten reicht den Zuhörern nur ein Mal, man möchte wieder und wieder sich von der Barcarola wiegen lassen und könne sich ihrem Zauber nicht so leicht entwinden, obwohl das Abendgold der Sonne an die Heimkehr erinnert. Die Stimme der Lorelei ...

Wer sie hören möchte, kann dies auf der Webseite der Skulptur 06 tun, der Beggar hat mal unter der Brücke sein Handy hingehalten und Kurz-Video aufgenommen. Die Soundqualität ist miserabel, aber auch das bisschen, kann Ihnen helfen, den Ohrwurm in Ihr Ohr gelangen zu lassen. Der Link hier führt Sie zum Tagebucheintrag über den 11.09.2007 - das Video (2 Minuten) befindet sich unterhalb des langen Textes.

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