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Ein Gast aus einem Märchen? Oder aus der Zukunft? Die sprechende Blume für Münster brachte in die steinerne Altstadt Marko Lehanka. Vom Weiten sieht man, dass die Blume einer anderen Welt entstamme. Ihre Besonderheit macht aber nicht das Außere aus, sondern die Fähigkeit, Geschichten zu erfinden. Sie wird nicht müde, diese zu erzählen, ob nun jemand hinhöre, oder nicht. In ihrem Herzen schlägt ein Computerprogramm, das aus einem recht bescheidenen Bestand an Vokabeln, Namen und Informationen über münstersche Begebenheiten sowie physikalische Daten betreffend Wetter oder Uhrzeit Kurzgeschichten spinnt, ohne sich je zu wiederholen. Ich lauschte der mechanischen Blumenstimme mehrere Geschichten lang - das dauert nicht lange. Es kam Merkwürdiges, Amüsantes, Abstruses, Trostloses, Freudiges, Langweiliges. Begegnungen von 0-8-15-Menschen auf unseren Straßen. Das einzig 'Besondere' auf der Handlungsebene ist, dass der Computer alle seine Schauspieler sterben lässt, um die Geschichte zu beenden. Nur der Tod sei ein Ende; alles andere sei wohl noch mittendrin, scheint die Blume zu glauben. Und da ihr Erzähllimit einige Minuten je Story betrage, vermischt sich das Gehen durch die Straßen, Essen von Eis, Zeitungskaufen mit dem Sterben in einer Dichte, die den Tod seines Schreckens beraubt. (Nun werde ich mir unsicher, ob ich nicht zu weit gehende Schlüsse ziehe. Vielleicht war es Zufall, dass in meiner Lauschzeit alle starben?) | ||
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Als ich dieses Foto knipste, war es wirklich 13.19 Uhr. Und obwohl es mir absolut klar war, dass der Technik weit Schwierigeres möglich sei, als die Uhr zu zitieren, fühlte ich mich in diesem Augenblick merkwürdig - eine Art kindliches Staunen: Sie weiß es?!. Sie ist wirklich ...
Textbeispiel (Auszug aus der offiziellen Broschüre über das Kunstwerk) Ein göttlicher Mittwoch. Es herrscht kein Wind. Gwendoline, geborene Richter, quasselt: Im Lunahaus sind es 21,9 Grad. Es agieren letztendlich sieben Darsteller. Marco braucht ein Megaphon. Der graue Marco sucht eine Verkaufsstätte. Es gibt einen Discountladen auf dem Prinzipalmarkt. Marco, 97,11 Kilogramm, 174,95 Zentimeter, ist Facharzt für Tollwut. Marco, geborener Torwesten, watschelt von der Drubbel auf den Prinzipalmarkt. Marko Richter-Kramer, Schuhgröße 41, trottet zu dem Discountladen hinüber. Marco benutzt die Pendeltür und schwankt in den Disountladen hinein und ergattert eine Flüstertüte für 868,78 Euro. Marco tanzt zu dem Prinzipalmarkkt hinüber. Auf dem Prinzipalmarkt lebt ein Veilchen. Außerdem liegt hier ein Zwergenhaftes Rennrad herum. Marco stellt sich auf das Rennrad.. Er nimmt die Flüstertüte und verkündet: Salve. Er wird alsdann festgenommen. Ein Erdstoß in der Drubel. Es erwischt Gwendoline Richter-Kramer. Maximiliane, Standort Pferdegasse, wird unerwartet entführt. Das stark geschminkte Gesicht Eugen Otte-Sohn stirbt an seiner Bluthochdruck-Erkrankung, bejahend: Ich wäre lieber Hausmeister. /.../ Datensicherung: 2. Mai 2007, 13 Uhr 00 und 39 Sekunden. Plot: dieMarktschreierStory. Verarbeitungszeit: 7.98 Minuten. Akteure: 7 Lebewesen. Alle tot?: TRUE. Insgesamt 1572 Zeichen. Auch diese Geschichte ist frei erfunden und hat keinen Bezug zur Realität. 07 <<< _____Miniaturen-Übersicht_____ >>> 09 | ||