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04 Im Landesmuseum verbrachte ich 4 Stunden in der Archiv-Ausstellung über 40 Jahre der Geschichte der 'Skulptur Projekte' (höchst interessant!) und dann ... deutlich weniger Zewit in der Ausstellung über die Kunst von Gustav Metzger und seinen Beitrag zur SPM07: Aequivalenz - Zerschmetterte Steine. Mit den Modellen unzähliger Autos in Reih und Glied konnte ich rein gar nichts anfangen und suchte lieber nach Spuren der zerschmetterten Steine, die ich in der Stadt noch nicht zu Gesicht bekommen hatte. Metzger - von der Zerstörungskraft des Krieges gezeichnet - knüpfte in der Vergangenheit an, als die Luftwaffe die englische Stadt Coventry nieder bombardierte und die Royal Air Force im Gegenzug Münster mit ihren Bomben bedachte. Nun lässt er jeden Morgen einen Gabelstapler ein paar Steine in der Stadt platzieren - nichts Auffallendes, sozusagen Pflastersteine, halt eine Geste. Die Flüchtigkeit des Ereignisses wird in der virtuellen Welt festgehalten – www.aequivalenz.com
Der Künstler hofft auf eine Möglichkeit ähnlicher Aktion in Coventry; dann wäre die Friedensbrücke vollendet. Ich wünsche ihm Erfolg. ________ Nachdem ich die Bekanntschaft mit den Steinen auf den Internetfotos geschlossen habe, winken sie mir nunmehr in der Stadt auch zu.
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Allerdings ließ ich mich auch manchmal von anderen Steinen irre leiten ... Als ich die luftige Steinpyramide aus meinem Autofenster sah, glaubte ich wieder einen Teil der Metzger-Skulptur zu sehen, und kehrte später langen Fußweg an die Kreuzung am Budenturm zurück, um dieses Foto zu machen. Und eines Tages später war es mir wert, den Weg nochmals zurückzulegen, um die von Münsteranern umgestaltete Pyramide zu fotografieren.
Die Foto-Galerie auf Metzgers-Webseite führte aber diesen Ort gar nicht erst auf ... Jemand beschloss wohl das Skulpturprojekt auf seine Art und Weise zu ergänzen. Jetzt erst fiel es mir auf, dass der Künstler konsequent nur lose Steine postieren lässt und keinerlei 'Bauwerke' suggeriert. Eine andere Begegnung mit 'falschen Steinen' können Sie auf der Nebenseite verfolgen. | ||
* * * * * Als die skulptur projekte münster 07 ihr Ende ansteuerten, schaute ich nochmals in der Fotogalerie bei www.auquivalenz.com nach. Die gestreute Steine-Skulptur - so unscheinbar sie wirkt - schien im Stadtzentrum allgegenwärtig zu sein. Die wenigsten Steine habe ich trotz aufgewachten Auges wahrgenommen, obwohl ich an den meisten mehr als einmal vorbei gegangen bin. Der Verstand filtert offensichtlich die Wahrnehmung der einfachen Steine ins Fach Irrelevantes ... Dafür aber entdeckte ich etwas anderes, und das fand ich faszinierend - eine unvermutete Vertrautheit mit münsterischen Mauern! Viele der Äquivalenz-Fotos erfassten kaum mehr von der Steine-Kulisse als ein Stück Wand und doch wusste ich auf Anhieb, um welche Mauer es sich dabei handele. In meinen 30 Jahren in dieser Stadt wurden mir so viele Steine vertraut, obwohl sie keine besondere Rolle in meinem persönlichen Leben gespielt haben, und ich sie nicht mal oft gesehen habe.
Ob es nun das Foto von dem Pfeiler des Aegidiimarktes war, von einer Ecke der Petrikirche oder einer anderen am Juridicum - sie riefen sofort die Erinnerung meiner Präsenz vor Ort auf. Bei der Säule am häufiger besuchten Prinzipalmarkt verwundert das kaum, wohl aber bei der noch recht jungen Säule vom Tibusstift, oder der urfrischen Mauerecke der Münster-Arkaden.
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