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Das Abmalen der Rosen beschäftigte meinen Kopf mit den Theorien über das unsichtbare Strahlen der inneren Wahrheit eines Menschen und ... gewöhnte die Hand ans Konturenziehen in der Skizzenphase. Auch die Motive der metaphysischen Phase landeten zum ersten Mal als eine kleine Bleistift-Zeichnung, die ich später auf eine große Leinwand übertrug.
Ein Acrylbild, das ich auf einer 70 x 100 cm Leinwand zu malen anfing, gab sich äußerst widerspenstig. Zum ersten Mal im Leben tauchte während des Malens eine tiefe Unzufriedenheit mit den Farben auf und ich stand ratlos vor der Staffelei. Wo ist denn die übliche «Affenliebe» für das kommende Bild geblieben?! - konnte sich der Kopf nicht verkneifen. Ich wischte die erste Farbschicht weg und ... griff verunsichert nach Buntstiften. Auf der Rückseite eines alten Briefes skizzierte ich das Bildmotiv und suchte nach einer Farbharmonie, die meine Unruhe zufriedenstellen würde. Das erste Bild oben - Empfänglichkeit - zeigt das Ergebnis dieser Suche. Das war der Anfang meines Abenteuers mit Zeichnen. (Die besagte Leinwand steht heute noch unbeendet in einer Ecke!) In den nächsten vier Monaten hatten die Pinsel keine Chance. Nur Buntstifte. Unzählige Schichten feinen Liniengewirrs führten mich zu Farbbegegnungen, die mich mehr als zufriedenstellten. Ich war begeistert und wunschlos glücklich. Meine neue Liebe wünschte sich einen 'Massenauftritt'. Die elegante Aufmachung als Originalbogen mit Passpartout während der anstehenden Herbst-Ausstellung 2002 war ihr zu wenig. Ich scante die Zeichnungen und gestaltete einen Geburtstagskalender. Er geriet viel zu lieblich - meinte mein Kopf, aber ich war in die Idee verliebt, wie wenn ich wieder 14 wäre. Jenen jungen Geschmack spiegelt das Kalender-Layout. Auf den Umstand, dass sich die 60 gedruckten Exemplare nicht gleich während der nur zwei Tage dauernden Ausstellung verkauften, reagierte meine Verliebtheit fast mit Beleidigung. So was Schönes so verkannt?! Inzwischen sind nur noch 7 Exemplare geblieben. Ich denke sogar daran, eine miniaturisierte Neuauflage starten, diesmal als ein Geschenk(artikel) von mir. Es ist irgendwie dumm, Schönes zur Verfügung zu haben und dann mit einer anonymen Weinflasche zu Besuch zu gehen ...
Nach dem Abklingen der Buntstift-Phase haben einige von jenen Motiven den Weg auf die große Leinwand gefunden. Die dritte Zeichnung hier wurde zur Vorlage für das spätere Großgemälde Transzendenz, das die Ausstellung in meiner Altgalerie im Museum 'anführt'. Dieser Phase in meinem Malen, wo nicht die Hand sondern der lange Arm die Formen zum Leben erweckt, können Sie auf der 3. Ölmalerei-Seite (=eine zuvor) nachspüren. Hier - im Reich der zeichnenden Hand - will ich dies nicht ausbreiten. Denn die kleine Hand hat sich genug im Schatten des Pinselschwungs gelangweilt. Sie machte sich selbstständig und hat im Bleistift ihren Spielgefährten gefunden ... Ein ganz gewöhnlicher Bleistift ist das. Einer, der sekundenschnell frei tanzende Linien aufs Papier holt. Keine einzige geschlossene Form; das Innen und Außen gehen nahtlos ineinander über. Ja, aber dies ist keine Geschicht’ fürs Museum. Sie werden ihr auf der Seite mit der Ausstellung Between the lines begegnen, die im August 2004 die Reihe meiner virtuellen Ausstellungen in der e-gallery eingeleitet hat.
Damit endet die Führung durch mein Museum. Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit ... und hoffe, Sie öfter mal in meiner e-gallery zu sehen. Nicht hier natürlich ... das Herz meiner Internetseite schlägt im Raum Ausstellung. Bis bald ! Alina Köttgen | ||