Jeder nächste Farbfleck umarmte den früheren; nicht weil ich eine besondere Theorie vertreten würde - von wegen - dies Verfahren ersparte verschmierte Muster auf dem Papier und kunterbunte Unterarme der Meditierenden. Kurzum, ich verbrachte Zeit mit 'unwichtigem Getue' und versank dabei immer tiefer in die Stille, in der nach und nach Impulse für die nächste Bewegung aufkamen und mich 'bis das Blatt voll ist' begleiteten. Im Klartext: 3-4 Stunden, die im Nu vergingen. Danach machte ich mir eine Kanne Tee und der aufwachende Kopf übernahm ... Zunächst galt es zu bestimmen, wo oben und unten sei. Und dann, was ich von dem Bild über mich Neues erfahren habe. Immer noch voll Stille hörte ich mir die psychologisierenden Deutungen über das 'Hinausgemalte' an und freute mich auf das nächste Malen. Die Bilder wurden mit Stecknadeln an die Tapete befestigt, andere wanderten auf den Schrank oder wurden verschenkt. Wegzuschmeißen wagte ich sie nie. Erst heute, wenn ich auf die damaligen Bilder zurückschaue, wird mir die Entwicklungslinie bewusst. Sowohl im Hinblick auf den Inhalt als auch auf das 'Handwerk'. Die anfänglichen Blätter der 1001 umarmenden Farbflächen spiegelten wohl die verkapselten Altlasten im seelischen Keller, die es nun zu sichten und zu entrümpeln galt. Die dunklen Schatten unverdauter Erfahrungen - von, was weiß ich denn, wann in meinem Leben - bedienten sich einer ganz und gar nicht traurigen Farbskala und zogen bald los aus ihrem Verlies. Eine lange Bilderreihe zeigt Explosionen und fließende Formen. |