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Bodenständiges Acryl | ||||
Es war grausam. Zum ersten Mal musste ich etwas Bestimmtes malen. Mal war ein Frosch, mal ein aufgeschnittener Apfel oder alter Schuh das zu erreichende Ziel. Ich fühlte mich sehr elend beim zielgerichteten Malen. Nicht, dass ich etwa zeichnerisch versagte, aber alles in mir schrie, das wäre kein richtiges Malen, ich würde nur ... ich weiß nicht, was machen, aber das unzufriedene Gefühl meinte etwas sehr Minderwertiges. Ich war dem Stress nicht gewachsen und ließ den letzten Kursabend aus. Acrylmalerei ist wohl nichts für mich. Gestrichen. Basta. Ich bin halt nur für Pastelle bestimmt und brauche nicht über den Zaun zu spähen. - beschied mein Kopf. Zu der Zeit hatte ich gerade eine größere Pastell-Ausstellung mit angenehmer Resonanz und sah darin die Bestätigung für meine Eingrenzung. Wenige Monate später lud mich eine neue Bekannte zu ihrer ersten Vernissage ein. Acrylbilder. Abstrakt. Abenteuer mit marmorierenden Mustern, die dadurch entstanden, dass man stark verdünnte Farbe auftrug und die Leinwände bewegte, damit sie frei fließen kann. Ich war hin und futsch. Die fließende Bewegung war schon immer mein Thema (- weil ich ein Fisch bin ..?). Mit Acryl war es möglich, diesen Aspekt noch direkter zum Ausdruck zu bringen. Genial - jubelte ich - keine Planung, keine Komposition, kein Künstler nötig. Es ist die Farbe, die sich hier amüsiert. Ich werde ihr beim Tanz auf der Leinwandfläche helfen. Super! Mein erstes Acrylbild (siehe oben) knüpft bei dieser Idee an. Ich liebte es auf Anhieb und trotz vieler Kaufgebote werde ich mich wohl nie von ihm trennen. Das zweite Bild zeige ich lieber nicht - ich mochte es gar nicht und gab enttäuscht das Spiel mit dem Farbe-fließen-lassen auf. Aber die Acrylfarbe wollte mich nicht so schnell aufgeben. Bald folgten weitere Inspirationen ... | ||