Der Titel FREUDEN-FEST ist das Jüngste an diesem Bild - er fiel mir erst beim Aufbau der Ausstellung ein. Zunächst sollte diese Leinwand dieselbe Aufgabe erfüllen, die ich ja schon bei der Einrichtung des Beichtstuhls in meinem Atelier bestimmt hatte - halt eine große Mal-Wand, wo ich meinen Launen freien Raum bieten wollte. Nachdem beim Beistuhl das Erscheinen des 'gegenständlichen' Vogels die Abstraktionsfreiheit arg beschnitten hatte, wollte ich mit einem zweiten Beichtstuhl zu 'einfach drauflos-malen' zurückfinden. Bei aller Sehsucht nach Freiheit ... diesmal achtete ich, keiner Projektion eines benennbaren Gegenstandes zu folgen, so im Sinne: dieser Farbfleck hier, das könnte ein XYZ sein. - Nö, nö! Farben, Farben, nichts als Farben!  Als ich jetzt nach dem Geburtsdatum des Freuden-Festes suchte, stellte ich anhand eines datierten Fotos fest, dass das Bild (auf diesem Foto an der Wand rechts zu sehen) am 9. Juni noch jungfräulich weiß war - allerdings habe ich für die Grundierung des Tuches mehrere Tage gebraucht - es machte irgendwie Spaß, das neue Mal-Land weiß, weißer, noch weißer und immer glatter zu erleben... Danach wartete ich etwas ab - keine Ahnung was. Eines Nachts wurde ich um 3.00 Uhr wach - die berühmten Wechseljahre - und mochte nicht im Bett schmoren. Ich ging ins Atelier - voller zerknirschter Gedanken über den Unsinn meines Lebens - und beschloss meine Wut malerisch tätig werden zu lassen ... Oh Gott ... Solche Details. Sie wollen das alles vielleicht gar nicht wissen! Nur die Bilder selbst sehen ? Was die zeigen, ist sowieso völlig unabhängig von meinen Geschichten. Sie haben recht, tauchen Sie nach unten ab. Sind die Fotos schon alle da ..? Schauen Sie hin, ob Sie mit Freuden-Fest wirklich so vertraut werden wollen. Und wenn Sie auf die Bild-Vita doch noch neugierig sind, können Sie ja zurückkommen. So schlimm lang ist die Schilderung gar nicht. Also, wo war ich stehen geblieben ... Ach, bei der Wut. Wenn schon keine Sonne da ist , dann mache ich mir eine! Ich mischte ein Teeglas voll Zitronengelb, stellte mich 1,5m vor die leere Wand und kippte die Farbe mit Wucht gegen das Tuch. Die 'Sonne' ähnelte mehr einer Leber als einem Kreis und ... weinte mehrsträhnig nach unten ab. Blöd! Ich nahm andere Farben und deckte weitflächig das Weiß - der gelbe Fleck mit seinen Ausläufern blieb komischerweise unangetastet. Der Kopf beurteilte mein Werk äußerst unfreundlich, so schlecht hätte ich noch niiie gemalt. Seelenruhig ging ich schlafen - Na und ? Wer weiß, was von dem Gemalten übrig bleibt. Diese Wand will ich doch immer wieder übermalen. Morgen geht's weiter. 
Vonwegen morgen. Fast zwei Monate nicht. Das namenlose 'Bild' - wie auf dem 2. Foto - langweilte sich wochenlang, während ich im Atelier saß und an meiner Internet-Seite bastelte. Das nächtliche Bild im linken Auge, der Super-Sommer im Tal vor mir und suchthaftes Computern statt Malen. Nur einige ganz kleine Miniaturbilder - mit neu entdeckten Acrylpasten - vermochten sich durchzusetzen. Und nebenbei ... bekam auch die Wand etwas Paste ab - auf großen Flächen konnte ich freier matschen. 
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