![]() | |||||||
![]() | ||
![]() | ||
Stilles Glück
Das Gesicht tauchte bereits an zweiten Tag meines Keramik-Abenteuers auf. Es gestaltete sich von selbst. Ich saß im Garten und genoß den herrlich warmen Spätsommer an meiner Haut. Der Maske verhalf die Sonne derweil zu einer trockenen Haut, und als dann der Impuls auftauchte, der Gesichtscheibe eine natürlichere Wölbung zu verleihen - halt über ein Küchensieb zu stülpen - zersprang die glatte Oberfläche in unzählige Risse. Mein innerer Kritiker stöhnte sogleich über meine Tolpatschigkeit im Umgang mit der Masse, aber ich fand das Ergebnis um vielfaches schöner und war bei den anderen zwei Masken von diesem Tag sogar bemüht, diesen Effekt extra hervorzurufen. Zur Unterstützung tauchte noch die Idee auf, die durch Wölben der angetrockneten Fläche entstehenden Risse mit eingestreutem, dunklem Gießpulver zu betonen. Dieses Gesicht hatte keine Lust auf einen Stiel zu steigen; es fügte sich sanft in meine Hand beim Anschauen und ... wollte so gebettet bleiben. Die Idee war simpel - die Ausführung ein langer Kampf. Mal brach der Fuss ab, dann der kleine Finger, das Gesicht flutschte immer wieder heraus, die Halterung war nach dem Trocknen nicht mehr rot sondern zart rosé, was den ursprünglichen Kontrast auflöste. Ich gab nicht auf, bis die Stabilität der Plastik unerschütterlich wurde, danach hatte ich aber keine Lust, weitere Ständer dieser Art zu gestalten. Es passte nicht in mein Konzept, dass ich den Ständern viel mehr Zeit zu widmen hätte, als der Maske selbst. Heute kann ich über diese Fixierung schmunzeln ... Bis zum Ende der Serie haben mir die Ständer viiiel Aufmerksamkeit abverlangt und wieso auch nicht - solides Fundament ist das A und O; so im Leben wie in der Kunst ... | ||