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Warum fange ich mit 'nur' Skizzen an? Nachdem mir die Musen im März 2004 ein Päckchen mit verschiedensten Bleistift-Zeichnungen in die Hand geschoben haben, wird es noch eine ganze Weile dauern, bis sich daraus ein Gemälde-Zyklus entwickelt hat. Bis dahin kann sich aber das Auge meiner Gäste an dem Ideen-Reichtum erfreuen, der zwischen den redseligen Linien lebt. Außerdem sind diese Skizzen in meinen Augen keine Übungsstücke für schüchterne Hand, die ein neues Maler-Thema zu erschließen sucht. Üben ist sowieso nicht mein Ding - eine Zeichnung benötigte selten mehr als 2-3 Sekunden für ihr Erscheinen auf dem vor mir liegenden Blatt Papier. Nachdem ich dann meine Augen wieder aufmachte, hatte ich nur noch zu entscheiden, wo oben und wo unten ist. Die Zeichnung an sich war fertig. Manche Geschöpfe versah ich lediglich mit der laufenden Katalog-Nummer (mein Ordnungssinn muss ja auch was zu tun haben), anderen verhalf ich mit feiner Schattierung zu einem nebelhaft plastischen Körper. Damit habe ich mir mehr von der wunderbaren Mal-Zeit erschlichen. Einige wenige Zeichnungen erhielten nach der Blitzherabkunft noch 1-3 Linien hinzugezeichnet oder ...wegradiert und ich bin mir gar nicht sicher, ob dies nicht doch überflüssig war. Also, warum Skizzen? Die Bezeichnung will ankündigen, dass die Zeichnungen nach ihrem Platz in meinen demnächst gemalten Bildern suchen werden.
Mehr will ich gar nicht auf den Weg geben. Ich empfehle Ihnen, die Bilder zunächst mit freiem, unbefangenem Blick anzusehen. Genießen Sie das Spiel Ihrer Phantasie, die den Raum zwischen den Linien mit eigenen Wesen füllt, wie dies auch bei mir geschah. Deswegen habe ich Ihnen auch keine Titel zur Verfügung gestellt, sie würden Ihre Phantasie nur gängeln. Jede Zeichnung gibt am Rande ihr Geburtsdatum preis. Die Ausstellungsexponate sind nicht chronologisch geordnet - sondern nach der deutbaren Art des Motivs. Wer es genauer unter die Lupe nimmt, kann sich überzeugen, dass sich die Musen nicht um eine Entwicklungslinie scherten - weder thematisch noch technisch im zeichnerischen Sinne. Manchmal hatte ich den Eindruck, dass mich einige um meine Empfänglichkeit konkurrierende Ästhetiken umgaben und sich einfach auf Deubel komm raus aufs Papier drängelten. Einer Zeichnung mit anmutigem Märchenmotiv folgte ein ebenso anmutiges aber ”inhaltsloses“ Blatt, dem wiederum eine zerknirschte Visage folgte. Sollten Sie an der kleinen Ausstellung Gefallen gefunden haben, kommen Sie im Oktober wieder herein, um nachzulesen, was mir zu den Linientänzen eingefallen ist - meine Linienfeder möchte nämlich gerne etwas schreiben ...between those lines. Vielleicht wollen Sie mir auch Ihre Ideen zu den Linien schenken ..? Oder die Meinung über Ihren Besuch in meiner e-gallery ? Meine Anschrift: e-gallery@alinakoettgen.com - Ich würde mich sehr freuen und gerne antworten. Danke im Voraus ! Der Worte genug! Schleichen Sie sich nun mit der Maus an das geheimnisvolle Lächeln der Katze (?) vom Plakat heran ... und betreten das unsichtbare Land between the lines. Die Erwachsenen können auf die schwarzen Pfeile ausweichen. | ||
