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Tatort: Atelier | ||
27. Oktober 2004
Lange nicht mehr geplaudert. Einfach keine Zeit gehabt. Der ganze September war der Vorbereitung der Herbstausstellung gewidmet und mein Atelier blieb ein Ort des Malens und nicht des Schreibens. In der Zeit entstanden 6 Ölbilder, die ich in der Gruppenausstellung Nienberger Kunst-Café präsentiert habe, und auch das große Acrylgemälde Freudenfest nahm seine endgültige Gestalt an. Die Gegend um den biblischen Baum der Erkenntnis (siehe Archiv - Juli - August) ist absolut still. Im August hat noch strahlendes Weiß Einzug gehalten und danach kam kein einziger Farbtropfen mehr auf die Leinwand. Vielleicht wartet das Bild wieder auf den frühlinghaften Aufschwung - wie im Jahr zuvor ...
Sonst gab es nur Privates außerhalb der Atelier-Thematik; ein Besuch aus Polen, meine Reise nach England usw. Zur Zeit beginne ich damit, meine sommerliche Oase auf den Winter vorzubereiten, damit ich dort auch weiterhin arbeiten kann. Dicke Styropor-Platten an unteren Fenstern und eine Luftpolsterfolie unterm Dach sollen nun die feine Wärme der Heizspiralle an der Flucht in die herbstlich abgekühlte Umgebung hindern. Das Ergebnis ist durchaus erträglich; bei 10 Grad draußen habe ich tagsüber im Atelier 16 Grad ohne Heizung - und fast 20ºC, wenn ich den kleinen Heizer einschalte.
Der kleine Ingenieur in mir ist richtig stolz auf dieses Ergebnis und voller weiterer Ideen, wie man noch ... Aber ich bleibe erstmal taub für seine zeitraubenden Vorschläge und will sofort eine ganz neue Idee der Malerin in mir umsetzen. Allzuviel werde ich jetzt noch nicht preisgeben. Nur soviel, dass da etwas ganz Neues auf's Tapet will ...- eine Reihe von Tapeten-Blättern habe ich bereits auf Lager. | ||||||
Ich habe von ihm noch nicht berichtet. Er wohnt auch noch nicht so lange im Atelier, Ende August nahm er Platz direkt neben der großen Leinwand von Freuden-Fest und fiel durch seine seltsame Launen auf. Keine der Erscheinungen darauf überlebte bis jetzt die nächste Begegnung. Immer und immer wieder wird das "alte" Farbkleid mit fettem Weiß übertüncht und das Spiel fängt von vorne an ... Meine Fotokamera hat da nicht viel zu dokumentieren. Kaum lassen sich leichte Farbschatten nieder und schon fließt das Weiß darauf. Und warum Kaktus..? Als Erstes habe ich etwas Strukturpaste (in Dunkelrot) darauf "gestempelt", Das entstandene Muster war stacheligen Zweigen ähnlich. Und weil "Dornenbusch" als Name für eine Fotodatei zu lang war, ist der Kaktus in die Lücke eingesprungen. Ob dieser Arbeitstitel später das fertige Bild begleiten wird, ist natürlich nicht absehbar.
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