Tatort: Atelier

15. August 2004

Die erste Atelier-Seite wanderte ins Archiv und nun wird weiter erzählt. Der heiße Sommer hat mich von meinem Lichttempel nicht vetreiben können - vier Sicherheitsnadeln verwandelten ein Bett-Tuch in einen durchaus funktionsfähigen Sonnensegel und wenn das nicht reichte, wurde auch noch ein Sonnenschirm aufgespannt. Das große Meer-Bild vom letzten Atelier-Foto wurde jetzt zu einer augenkühlenden “Sonnenmarkise“ auf der Gegenseite, die ja sonst das große Sonnentor am Vormittag bildet. Dank der Nordlage meines Ateliers und ausgeklügelter Lüftungstechnik - selbst ist die Frau - habe ich hier selten über 26°C gehabt!

Was macht zur Zeit meine

Zunächst mal ... sie erfuhr eine gewaltige Verstärkung - quantitativ. Ich kaufte 15 große Pinsel, wie sie normalerweise vom Handwerk der Anstreicher gebraucht werden. Ich war es leid, die inzwischen “hektargroßen“ Leinwände mit Apotheker-Instrumenten zu behandeln.

So aufgerüstet ging ich wieder an meinen Beichtstuhl (Schauen Sie im Archiv - Juli - nach, wenn Sie ihn noch nicht kennen.) und das Bild nahm Züge einer Märchen-Landschaft an. Aus dem dunklen Gewusel im Mittelteil wurde ein prächtiger Baum, der eine schöne Kulisse für die Begegnung des Phönix-Küken mit der Schlangenlibelle bildet. Es scheint eine Wiederaufnahme der biblischen Szene am Baum der Erkenntnis zu sein... Der Asche entstiegenes Phönixküken erinnert mich an die oft zittierten Bibelworte: Werdet wie die Kinder. Was die schlangenhafte Libelle vom Baum herunterholt, ist pures Gold - wofür könnte das denn stehen ... Fest steht nur, es ist etwas immer Dagewesenes, denn es handelt sich um das letzte Stück des freigebliebenen Leinwanduntergrundes. Dieser symbolische Schatz gehört nun dem Phönix und kommt mit auf den Weg... (Oder sehen Sie da eine ganz andere Geschicht'?)

 

Ansonsten ..? Mein Sommer am Rande einer saftgrünen Wiese suchte farbliche Ergänzung und zauberte aus echtem Sand eine Strandlandschaft mit dunkler See, die einen neuen Tag ankündigt. Ich bin fasziniert von dem neuesten Bild, aber - Sie wissen es wohl schon, wenn Sie in meinem Museum waren - ich bin fast immer in die neuen Bilder vernarrt.

zum nächsten Archivblatt >>>